Was sich liebt, das rächt sich nicht - Rose Snow - Rezension

04.11.2014 17:23

Was sich liebt, das rächt sich nicht - Rose Snow - Rezension

Kurzbeschreibung

Maya ist wieder Single - und dabei kann es auch gerne bleiben. Denn die chaotische Maya stolpert beinahe prinzipiell von einer Katastrophe in die nächste. Gerade erst hat sich der Ex als Betrüger entpuppt, nun stellt sich heraus, dass die neue Wohnung auch nicht viel besser ist: Umgeben von neurotischen Nachbarn und der verrücktesten Hausordnung der Welt wird die Probezeit zum gelebten Horror. Einziger Lichtblick ist der gutaussehende Nachbar Holger, in den sich Maya auch prompt verliebt. Leider wird aus Wolke sieben ganz schnell Hölle acht – denn Holger hat nicht nur ein Geheimnis, er betrügt Maya auch noch. Grund genug, es ihm so richtig heimzuzahlen. Wie gut, dass Mayas durchgeknallte Freundin eine Racheagentur leitet. Ohne Mayas Zutun entspinnt sich ein verhängnisvoller Plan, der plötzlich verdammt schiefläuft …

Angaben zum Autor

Rose Snow ist das Pseudonym zweier liebenswerter Österreicherinnen, die schon seit Kindheitstagen gemeinsam Geschichten schreiben. "Was sich liebt, das rächt sich nicht" ist der erste Band ihrer neuen Liebesromanreihe, die auf Witz und Skurrilität setzt und für Herzklopfen sorgt.
Mehr dazu unter http://www.rosesnow.de.

 

Rezension

‚Fast wie Miss Marple, nur jung und in Farbe‘ – charmant, knallhart und unfassbar lustig – oder doch eher Lady Grazie, ein rosa Schweinchen erkundet neue Welten!?!

‚Was sich liebt, das rächt sich nicht‘ ist für mich ein Unikat unter den kostbaren Edelsteinen deutscher / österreichischer Literatur, nach jenem ich hätte lange Abenteuerreisen auf mich nehmen müssen, um es zu finden. Dank eines Gewinns in meinem Lieblingsbücherblog http://buchstaben-junkie.de, konnte ich es aber sehr schnell in den Händen halten und an mein Herz führen. Es ist eines dieser kleinen Kostbarkeiten, die man ganz festhält und nicht mehr hergibt, da sie einem ein bisher unbemerkt fehlendes Puzzleteil des Lebens zurückbringen und man sich wieder komplett fühlt. In meinem Fall war dieses Puzzleteil ganz viel Freude und Skurrilität beim Lesen und am Leben selbst. Also vorab, danke liebe Nicky von Buchstabenjunkie für diesen Schatz und danke liebe zwei Mädels von Rose Snow für diese absolut entzückende und skurrile Geschichte um Maya und meinen treuesten (jetzt) Schlüsselanhänger ‚Lady Grazie‘. Mein kleines rosa Schweinchen begleitet mich in alle neuen Abenteuern und auf allen neuen Wegen und kann so noch viele weitere neue Welten erkunden. Dabei ist es sehr zuverlässig und in seiner gewohnt charmanten und witzigen Art zaubert es mir jeden Morgen, wenn ich das Haus verlasse, ein Lächeln ins Gesicht. Auch an trüben Tagen. J

Nun aber einmal zur Geschichte an sich:

Maya muss erkennen, dass es sich bei ihrem Ex-Freund um einen miesen Betrüger handelt – einen Betrüger in jeder Hinsicht. Er hat sie einfach nicht verdient. Punkt. So eine Erkenntnis kommt oft erschreckend und welteinstürzend und prasselt mit aller Härte geradezu auf einen ein. A la ‚Schepper-Krawumms‘. Aber sie hat auch einen Vorteil diese Erkenntnis. Sie befreit und schafft Klarheit. Sie gibt einem die Chance, sein Leben neu zu ordnen und besser zu machen. Und genau das versucht Maya.

Angefangen mit einer neuen Wohnung. Es könnte alles so einfach sein. Ein gerader, ruhiger Neustart. Ein klarer Schnitt. Doch leider (oder vielleicht zum Glück) kommt es im Leben oft anders, als man denkt. Von wegen, eine neue Wohnung - das wird einfach. Da hat Maya nicht mit einer absolut skurrilen und §§-versessenen neuen Vermieterin gerechnet, deren Auflagen, um einen dauerhaften Mietvertrag zu bekommen, echt einfach mal hardcore sind. Ade einfaches, schönes neues Leben. Denn Maya hat in ihrer neuen Wohnung eine Probezeit. PROBEZEIT – ja ihr habt richtig gelesen. Wer macht denn so was, fragt ihr Euch? Antwort: lest selbst!

Diese Probezeit hat es in sich. Nicht nur, dass sich Maya an die mehr als fraglichen neuen Regeln der Hausordnung – die sich gewaschen hat – halten muss, nein auch die anderen Bewohner des Hauses machen es ihr nicht gerade einfach sich an diese, naja nennen wir es mal, Gefängnis-ähnlichen Auflagen zu halten.

Ein kleiner Vorgeschmack gefällig?:

Nehme bitte nur jede zweite Treppenstufe, damit Lady Grazie des vielen Lärms nicht überdrüssig wird. Fange keine Beziehung zu einem anderen Hausbewohner an und stelle dein Fahrrad nur an den farblich dafür vorgesehenen und dir extra zugewiesenen Platz…

 

„Erweiterung Lady Grazie: In den allgemein zugänglichen Bereichen ist es zudem verboten, Krankheitserreger freizusetzen. Aktivitäten, die einen Verlust von Körperflüssigkeiten nach sich ziehen (Husten, Niesen, Schwitzen, Bluten), sind tunlichst zu vermeiden.“

 

Und da wären wir schon bei dem ersten Bewohner, der einfach nur skurril ist: Herr Schönrichtig mit seiner Lady Grazie. Ihr wollt wissen, wer sich dahinter verbirgt? Lest es selbst! Nur eines vorweg: Nichts ist, wie es scheint und es kommt sowieso anders, als ihr denkt. Aber die beiden haben mächtig was zu sagen. Und Maya möchte ja unbedingt einen dauerhaften Mietvertrag!

Dann gäbe es da noch die Tochter eines Hausbewohners, die es sich zur persönlichen Herzensaufgabe gemacht hat, Maya wieder zu vertreiben. Sie legt alles daran, einen dauerhaften Mietvertrag zu verhindern, sei es durch Erbrechen in den allgemein zugänglichen Bereichen oder durch Vertauschen der von Maya bestellten Wandfarbe. Auch ins Berufsleben unserer Protagonistin scheint sie sich auf ihre Art einzumischen. Und diese ist wahrlich alles andere, als nett. Wirklich alles. Und hinter Ihr versteckt sich noch ein wichtiges Geheimnis, das Maya bald zum Verhängnis werden könnte.

Ein Verhängnis, indem auch Holger, Mitbewohner Nummer 3, irgendwie mit drinhängt. Holger ist der attraktive Nachbar, der langsam und doch bewusst Mayas Herz erobern wird und damit ihre Welt erneut ins Wanken bringt. Sie weiß nicht so recht, ob sie ihm vertrauen kann. Es passieren zu Beginn eine Reihe merkwürdiger und zu teils auch sehr verletzender Dinge, die Maya in die Fänge einer Racheagentur treiben. Eine Agentur, die ihrer ehemaligen Freundin Rachel gehört und die sich mehr als nur skurriler und ungewöhnlicher Methoden bedient, um wie sie es schon ausdrücken ‚für Gerechtigkeit zu sorgen‘. Und sie arbeiten mehr als gründlich, wie Maya alsbald feststellen muss. Was sie aber zusätzlich feststellen wird, ist, dass es doch anders ist, als sie dachte und sie ihren eigenen Rachefeldzug besser beenden sollte, bevor ernsthaft jemand zu Schaden kommt.

Doch ob ihr dies gelingt und ob sie ihr Leben, privat wie beruflich, wieder in den Griff bekommt und dazu auch noch den Mietvertrag erhält und das Rätsel um die mysteriöse Lady Grazie lösen kann oder einfach alles vor ihr zusammenkracht. Schepper-Krawumms. Lest selbst!

Also absolute Leseempfehlung von mir. Meinen Lieblingscharakter beschreibe ich Euch diesmal bewusst nicht, denn ich möchte, dass ihr ihn ganz unvoreingenommen kennenlernt, meinen lieben Gérard.

Die beiden Damen von Rose Snow haben eine Welt in unserer Welt geschaffen, in die wir uns hineingesogen fühlen. Wir weinen mit Maya, schütteln den Kopf über diese mehr als merkwürdige Probezeit, wir sind verletzt, wenn sie es ist und wünschen uns Gerechtigkeit für sie. Genauso lachen wir aber auch mit ihr und freuen uns über die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen. Und genauso werden wir auch mit ihr überrascht, wenn doch alles gar nicht ist, wie es scheint, Folglich: Wir fiebern mit ihr mit. Auf ganzer Linie. Von Anfang bis Ende.

Der Schreibstil der beiden ist locker, luftig und zergeht einem beim Lesen, wie ein Stück Schokolade auf der Zunge. Er ist absolut humorvoll, skurril, ehrlich und knallhart, einfach anders. Angefangen schon bei den Namen ‚Schönrichtig‘, ‚Lady Grazie‘,… und so auch in der Ausdrucksweise der Hauptcharaktere.

„Und er war auch nicht dumm, er hatte einfach Pech beim Nachdenken.“

Einfach anders, eben so, wie die Geschichte selbst: Einfach einzigartig. Er macht Lust auf mehr. Und da ich eine der wenigen bin, die in dieses ‚Mehr‘ schon reinschnuppern durfte, kann ich Euch sagen: Macht Euch auf was gefasst. Der nächste Teil ist wie ein erneutes Feuerwerk der Gefühle, korkenknallendes Spektakel und man lernt etwas über die Abgründe und Hintergründe der Menschen, die sich der Rache bedienen, kennen. Freut Euch auf Anfang Dezember, wenn es heißt:

Racheengel küsst man nicht

Danke liebes Rose Snow Team für diesen Karussellritt der Extraklasse mit seinen vielen Turbulenzen und echten Gefühle. Ihr habt eines dieser Bücher geschaffen, bei denen man sich beim Lesen am liebsten eine Tüte Popcorn aufreißt und dem ganzen Geschehen, wie einem Lieblingsfilm folgt.

Also worauf wartet ihr noch? – Holt es Euch. Hopp hopp.

 

--Jil Aimée