Blog

Kurzrezension – Den Mund voll ungesagter Dinge – Anne Freytag

11.04.2017 11:07

Kurzbeschreibung

Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.
Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.

Erscheinungsdatum: 6. März 2017

Seitenzahl der Printausgabe: 400

Verlag: Heyne Verlag

Hier gehts zum Buch: Amazon / Heyne fliegt / Anne Freytag / Facebook

Lieben Dank an den Heyne Verlag für diese wundervolle Überraschungspost.

Angaben zum Autor

Anne Freytag, geboren 1982, hat International Management studiert und für eine Werbeagentur gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Die Autorin veröffentlichte bereits mehrere Romane für Erwachsene, unter anderem unter ihrem Pseudonym Ally Taylor.
Mit ihrem ersten Jugendbuch "Mein bester letzter Sommer" schrieb sie sich direkt in die Herzen ihrer Leser und wurde von der Presse gefeiert. Anne Freytag liebt Musik, Serien sowie die Vorstellung, durch ihre Geschichten tausend und mehr Leben führen zu können.
In diesem Leben wohnt und arbeitet sie derzeit in München – wenn sie nicht gerade in ferne Länder und fremde Städte reist. Manchmal auch nur in Gedanken ...

Rezension – Du bist gut so, wie du bist! Schrei es in die Welt.

Den Mund voll ungesagter Dinge‘ bekam ich als Überraschungspost aus dem Heyne Verlag – und ich habe mich sehr darüber gefreut, da das Buch eh auf meiner Wunschliste stand. Ich weiß noch, wie mich das kleine Päckchen erreicht hat. Es war der perfekte Zeitpunkt. Auch für das Lesen dieser einzigartigen, echten und einfach absolut klaren Geschichte. Dazu aber gleich mehr.

Zunächst ganz kurz, was Inhalt der Geschichte um Sophie ist. Das ist nämlich der schöne Name der Protagonistin – und er geht unter die Haut, wie ihre Story selbst. Sophie steht für Weisheit, und genau das vermittelt die Geschichte auch. Die Weisheit, was es bedeutet zu wissen, wer man ist. Und dies auch sagen zu können. In die Welt zu schreien. Sophie ist einer dieser Namen, die zu meinen persönlichen Lieblingen gehören. Einfach, weil es sich richtig anfühlt. Und das tut es auch in Bezug auf den Charakter, den Sophie verkörpert. Sie ist 17 und muss unfreiwillig aus ihrer Heimat fortziehen. Ihr Dad hat sich neu verliebt. Und damit ändert sich nicht nur sein, sondern auch vor allem ihr Leben. Sie tauscht die eine Großstadt im Norden Deutschlands gegen eine andere im Süden. Sie muss neue Freunde finden. Sich ein anderes Leben aufbauen. Und erlebt dabei viele erste Male. Und das so knapp vorm Abitur. Natürlich weigert sie sich zunächst, ihre „neue“ Familie – des Vaters Freundin und deren Kinder – zu mögen. Sie gibt sich dabei alle Mühe, nur leider gelingt es ihr nicht. Sie wird sie mögen, ins Herz schließen. Alles verändert sich, sie sich selbst vielleicht am meisten. Vielleicht sieht sie sich selbst aber auch nur in der neuen Lebenssituation das erste Mal richtig – so wie sie ist. Entdeckt sich und immer wieder neue Seiten ihres Lebens, ihrer Person. Natürlich findet Sophie neue Freunde, allen voran ihre Nachbarin. Doch ist es wirklich nur Freundschaft, die die zwei verbindet? Findet es heraus und begebt Euch auf ein Abenteuer durch das Leben, das Erwachsenwerden und zu sich selbst ...

„Das Mädchen, das tief in seinem Inneren Angst davor hat, dass Verlassenwerden der rote Faden seines Lebens sein könnte.“

Anne Freytag erzählt mit ‚Den Mund voll ungesagter Dinge‘ eine in mehrere Monate gegliederte – ja für mich ist es eine besondere! – Coming of Age / All Age Story, die tief berührt, ungeschönt daherkommt und einfach in ihrer Klarheit und Echtheit überzeugt. Voll verwirrender Gefühle, die eigentlich nicht verwirrend sind, sondern nur dem gesellschaftlichen Label dessen unterliegen, was womöglich anders sein könnte. Anders sind wir aber alle und anders ist nicht schlecht. Das bringt diese Geschichte auf wunderbare Art und Weise zum Ausdruck. Sie handelt von Gefühlen, die echter nicht sein könnten und die den Weg zu sich selbst – in diesem Fall für Sophie – ebnen. Es ist eine wundervolle Liebesgeschichte eines Teenagers, der lernt, sich selbst so zu lieben, wie er ist. Denn erst wenn man sich selbst wirklich akzeptiert und liebt, können es auch die anderen tun. Egal, was die Welt vielleicht sagen könnte. Es ist eine Geschichte über Mut. Den Mut zu seinen Gefühlen zu stehen und Veränderungen anzunehmen. Sei es im Umfeld oder in sich selbst. Der Ton des Romans ist dabei entspannt und doch voller Tempo. Gehaltvoll, tiefschichtig und weitsichtig. Er wirkt in jeder Zeile ehrlich, und das überzeugt. Jeden Charakter des Buches kann man sich in seinem persönlichen Leben exakt so vorstellen. Mit all den Entwicklungen, Wendungen und Überraschungen. Daher hat man beim Lesen auch das Gefühl, auf Bekannte zu treffen. Das wiederum ist – denke ich – identifikationsstiftend für viele Leser.

„Die Luft ist noch getränkt von Leben. Sie ist wie eine Erinnerung, die man riechen kann.“

Anne Freytags neues Buch ist anders, auch als ich es erwartet habe. Dabei weiß ich gar nicht so genau, was ich erwartet habe. Ich musste es einfach lesen. Allein der Titel hat bei mir schon für Gänsehaut gesorgt. Es ist einer dieser seltenen Titel, die direkt etwas im Herzen auslösen, die man nicht mehr vergisst. Ein Titel, der eine Redewendung sein könnte. Ein Titel der einfach perfekt passt. Und das Cover ist einfach ein absoluter Hingucker. Rot wie die Lippen und doch bunt wie das Leben. Das Leben hat eben mehr als eine Farbe und ein Mensch mehr als eine Seite. Das alles drücken Titel und Cover und Geschichte für mich aus. Übrigens finden sich im Buch viele kleine Bildchen, die direkt verbunden mit dem Charakter von Sophie, ihrer Leidenschaft des Zeichnens und der Geschichte selbst stehen. Das finde ich einfach klasse. Es ist das Gesamtpaket, das mitreißt. Ja, das Buch ist einfach anders, auf eine sehr positive Art. Doch sind wir nicht alle anders. Mehr als das, zu dem uns Familie und Gesellschaft machen.

Der Mund voll ungesagter Dinge‘ ermutigt dazu, die Hauptrolle im eigenen Leben zu spielen. Es zeigt aber auch, wie schwer der Weg zu sich selbst sein kann. Vor allem im Erwachsenwerden. Sophies Geschichte hilft dabei, zu erkennen, wer man selbst ist – lange noch, bevor man es in die Welt schreien kann. Und dass man genau gut so ist, wie man eben ist. Das Buch macht frei von Labeln, auf geschickte und vielleicht auch provokative Art, denn die Prota verteilt ja einige davon, aber genauso bricht sie auch mit diesen, die unsere Gesellschaft eh schon zu sehr zerdrücken. Es ist einfach echt. Und absolut lesenswert.

Eure Jil Aimée

Rezension - Wenn Liebe Cowboystiefel trägt - Emily Bold

04.04.2017 17:50

Kurzbeschreibung

Als Avery Davis nach acht Jahren und einem schweren Kampf gegen den Krebs in ihren Heimatort Littletree zurückkehrt, steht sie vor den Trümmern ihres Lebens. Ohne Job, ohne Partner – und ohne Haare. Doch ihr unfreiwilliger Neuanfang wird noch verkompliziert, als sie dort ausgerechnet ihrer Jugendliebe Mason King in die Arme läuft. Der draufgängerische Rodeo-Reiter und Lokalheld rüttelt Avery mit seinen Sprüchen ganz schön auf und weckt längst vergessene Erinnerungen. Doch ein Mann, der seine Gesundheit bei jedem Ritt aufs Spiel setzt, wird nie verstehen, wie hart sie um ihr Leben gekämpft hat. Auf so einen Mann kann sie sich nicht einlassen – egal, was ihr Herz sagt.

Erscheinungsdatum: 28. März 2017

Seitenzahl der Printausgabe: 302

Verlag: Montlake Romance

ISBN-10: 1477824634

Hier geht’s zum Buch: Amazon / Emily Bold / Facebook

Angaben zum Autor

Emily Bold lebt mit ihrer Familie in einem idyllischen Ort in Bayern mit Blick auf Wald und Wiesen – äußerst ruhig und inspirierend. Sie schreibt Liebesromane für Jugendliche und Erwachsene.

Rezension – Manchmal ist es das Risiko wert, zu fallen!

In ‚Wenn Liebe Cowboystiefel trägt‘ kehren wir mit Avery Davis nach acht langen Jahren, einer misslungenen Beziehung und dem besiegten Krebs in ihre Heimatstadt zurück: Littletree. Dort versucht sie, sich selbst erst mal ins eigene Leben zurück zu kämpfen, im Schoß ihrer Familie. Eine Familie, die sie während dem Kampf gegen den Krebs ausgeschlossen hatte, weil sie sie nicht zu sehr verletzen wollte. Für den Fall, dass sie verliert. Eine Familie, die nun nur allzu gern für die verlorene Tochter da ist. Avery ist am Boden, scheint nichts mehr zu haben. Kein Zuhause, keinen Job, keinen Partner. Doch dann findet sie gerade in der Stadt, der sie einst für immer den Rücken kehren wollte, genau das, was ihr so fehlte: neuen Lebensmut.

Damals wollte, musste Avery aus Littletree fort. Um einer Liebe zu entfliehen, die sie aufzufressen drohte, der sie aber keine Zukunft geben konnte. Die Liebe zum Schul-Beau Mason King – leidenschaftlich, stürmisch, tragisch. Tragisch deshalb, weil es für ihn nur eine Wette gewesen zu sein schien, während sie damals ihr Herz an ihn verloren hatte. Um dieses zu schützen, floh sie in ein neues Leben in die Großstadt. Dort war sie in den letzten Jahren erfolgreich im Finanzsektor tätig – die immer kühle Businessfrau, die es vermochte, mit dem Jonglieren von Zahlen anderen ganze Vermögen zu verschaffen. Beruflicher Erfolg war ihr garantiert, und auch privat schien mit ihrem neuen Partner und Kollegen Phil alles richtig zu laufen. Bis der Krebs kam, und mit ihm der Betrug. Denn anstatt ihr wirklich zur Seite zu stehen, floh Phil sich in die Zuneigung einer anderen Frau. Gerade dann, als Avery ihn am meisten gebraucht hätte. Ihre Welt zerbrach. Und als der Krebs nach einem langen Kampf endlich besiegt war, war mit ihm nicht nur ihre Beziehung, sondern auch ihr Job und ihre Perspektive gegangen. Manche Dinge zerbrechen einfach, können nicht mehr zusammengefügt werden.

So kehrt Avery nun nach Litteltree, das verschlafene Örtchen zurück, in dem jeder jeden kennt und Geheimnisse von allen geteilt werden. Sie erhofft sich zunächst nicht zu viel, nur etwas Abstand, Luft zum Atmen, einen Neuanfang, ein ‚Zu-Kräften-kommen‘, bis sie stark genug wäre, in die Großstadt zurückzukehren und wieder in die Welt der Finanztransaktionen zu tauchen. Vielleicht würde der Krebs nicht mehr zurückkommen und sie irgendwann keine Risikoanlage – wie sie sich selbst nun sah – mehr sein.

Doch da hat sie die Rechnung ohne Littletree und die Vergangenheit gemacht.

Denn nicht nur ihre Familie ist für sie da, hilft ihr dabei, wieder aufzustehen. Gibt ihr ein Dach über dem Kopf, einen Job sowie Freundschaft und Liebe. Auch Mason, ihre Jugendliebe, tritt wie der Zufall es so will wieder in ihr Leben, und versucht mehr denn je, ihr nahe zu sein. Und so sehr sie sich auch wehrt und darum bemüht, dem Charme des waghalsigen Cowboys zu widerstehen, er geht ihr einfach unter die Haut. Doch Mason liebt die Gefahr, den Absprung, das Fallen. Als Cowboy und Rodeo-Held spielt er ständig mit seinem Leben, es scheint ein Spaß für ihn zu sein, den Nervenkitzel bis ins höchste Maß auszukosten, wo Avery doch weiß, wie bitter ernst es werden kann.

  • Wird sie damit klarkommen, dass das Leben voller Fallen und dem Fallen steckt?
  • Sind ihre Gefühle echt oder ist es nur die Sehnsucht nach dem, was sie verloren hat?
  • Was ist mit Mason?
    • Will er die Wette von damals immer noch gewinnen?
    • Oder möchte er ihr aufrichtig nahe sein?
  • Verrennen sich am Ende beide nur in das Gewohnte, das Einfache?
  • Kommt der harte Aufprall in der Realität schneller als gedacht?
  • Und kann man den Krebs wirklich endgültig besiegen?

Lasst Euch von Masons Lasso einfangen und taucht ein in eine Geschichte, die das Leben nicht besser hätte schreiben können. Mit ihrem neuen Roman schafft Emily Bold genau das: eine Geschichte des Lebens, in der man jeder Zeile die Liebe zum geschriebenen Wort entnehmen kann. Sie gibt dabei starken, echten Charakteren ein Leben, das in seinen Bann zieht. Jeder Charakter, ob Haupt- oder Nebendarsteller, wirkt durchdacht, ausgefeilt, einfach rund. Sie alle haben Ecken und Kanten, Sorgen und Lieben. Vor allem stecken sie aber voller Leben. Gerade so auch Avery, die doch selbst auf der Suche nach ihrem Leben scheint. Bei allem, was sie verloren hat, kämpft sie, lässt den Kopf nicht hängen. Verfällt nicht ins Düstere, sondern gibt ihrem Dasein Stück für Stück den so schmerzlich vermissten Sinn zurück. Und manchmal liegt dieser eben nicht in Finanzmarkttranskationen, sondern dem Retten eines kleinen Kitzes. Darin, jemand anderem neues Leben zu geben. Das erkennt auch Avery mit der Zeit in Littletree. Was es aber damit auf sich hat, wird an dieser Stelle nicht verraten. Denn gerade die Geschichte um das Kitz und allem, was dazugehört, macht für mich das Herzstück dieses wundervollen Romans aus. Etwas, das jeder für sich selbst entdecken sollte.

Die Autorin hat einfach eine vielschichtige Wohlfühlgeschichte voll Mut, Herzflattern und Charakteren zum Mitleiden und Liebhaben geschaffen. Es besteht die perfekte Balance zwischen Sorge und Drama sowie Leichtigkeit und Lebensfreude. Dabei liebe ich vor allem Averys Schlagfertigkeit in manchen Situationen, die dem Roman einen gewissen Wert an Humor verleiht, und die sie sich trotz ihrer Krankheit behalten hat. Aber auch ihre Strenge und Klarheit die Krankheit betreffend, berühren und überzeugen einfach.

„Es kostete Mut, sich dem Leben zu stellen.“

Vieles erfährt man im Verlauf Häppchenweise, nicht alles auf einmal, und wird somit durchweg durch die Geschichte gesogen. Alles ist so erzählt, wie es einem guten Bekannten, einem Nachbarn oder sogar einem selbst passieren könnte. Und der Gedanke Sexy Cowboy trifft auf Finanzmarktprinzessin, der der Geschichte unweigerlich beiwohnt, ist doch nicht alles, was zählt. Die Geschichte ist so viel mehr: Fertigwerden mit Verlusten, Erkennen von Lebensmut und -willen, Liebe, Familie, Freundschaft. Lebensnahe Ängste und Sorgen. Dabei ist es ein echter Pageturner. Die Autorin bleibt mit diesem Roman ihrem gewohnt flüssigen, einnehmenden, bildhaften Schreibstil treu. Kreiert eine Erzählweise, die einen in ihrer Locker- und Klarheit die Seiten im Flug nur so umschlagen und die Geschichte in einem Rutsch verschlingen lässt. Man kam beim Lesen gut in die Geschichte und konnte die Entwicklungen dieser und die Entscheidungen der Charaktere im Verlauf sehr gut nachvollziehen, ihre Emotionen nachempfinden. Das Buch schafft auch ein Stück weit Hoffnung, nicht aufzugeben, weil das Leben sich eben einfach lohnt. Trotz und gerade wegen allem. Allen Höhen und Tiefen. Es sind genau diese Momente, die es erst ausmachen. Besonders reizend und die Geschichte anheizend empfand ich die Rückblicke in die gemeinsame Vergangenheit der beiden Protas. Das gibt dem Roman noch mehr Potenzial und verdeutlicht, wie verflochten zwei Leben trotz räumlicher und zeitlicher Distanz über die Jahre hinweg doch sein können. Und man stellt sich unweigerlich die Frage, ob sie sich damals hätten anders entscheiden sollen. Liebe vermag es eben, die Prioritäten neuzuordnen.

„Der Himmel war sternenklar und die Lichter der Stadt ein funkelndes Band in der Ferne.“

Ich kann nur immer wieder sagen: Emily Bolds Geschichten lese ich einfach gerne, weil sie einerseits so ins Herz gehen und die Fantasie beflügeln, andererseits aber auch von realen Sorgen und Beziehungen erzählen, die für den Leser greifbar und identitätsstiftend sind. Zumindest erging es mir wieder so beim Lesen. Lediglich an manchen Stellen, vor allem im Aufeinandertreffen von Mason und Avery hätte ich mir etwas mehr Herzflattern und Länge gewünscht. Auch den finalen Abschied von ihrem Ex hätte ich mir ein wenig schlagfertiger vorgestellt. Doch das wird durch die wirklich liebevolle Erzählung und die bildhafte Sprache sowie die Tiefe der Nebencharaktere wieder wettgemacht und die Geschichte so zum Blickfang, wie auch Mason eine Augenweide ist. Ihr werdet es schon lesen.

Auch das Cover selbst ist ein kleiner Hingucker, lädt direkt auf eine Ranch in die Staaten ein – mit dem Lasso, Heu und Cownboystiefel – natürlich in einem süßen Pink gehalten. Der Titel passt ebenso einfach perfekt und fügt sich wiedererkennungswertstiftend in Emily Bolds Montlake Veröffentlichungen ein.

Wenn Liebe Cowboystiefel trägt‘ ist ein kurzweiliges, intensives Lesevergnügen für schöne, gefühlvolle und doch auch dramatische Lesestunden. Die Geschichte ist vielseitig, durchdacht, nicht oberflächlich – hinter jedem Charakter steckt mehr, als man zunächst sieht oder vermutet. Vor allem aber ist sie der Kampf zurück ins Leben, auch wenn dieses sich vielleicht geändert hat. Es ist Heilung und Lebensfreude zugleich.

„Indem sie ihnen half, half sie auch sich selbst.“

Meine ganz klare Leseempfehlung an Euch, und ich bin schon auf das nächste Werk aus Emily Bolds Feder gespannt.

Eure Jil Aimée

Einträge: 1 - 2 von 173
1 | 2 | 3 | 4 | 5 >>